Betrieb des Zentrums

Aktualisiert : Freitag 30 August 2013
 

Das Cigéo-Endlager wird aus oberirdischen Anlagen bestehen, in denen die Abfallbehälter entgegengenommen, kontrolliert und vorbereitet werden, aus einer unterirdischen Anlage, in der die Abfälle gelagert werden und aus Verbindungsinfrastrukturen zwischen der unter- und der oberirdischen Anlage. Das Lager wird mehr als 100 Jahre lang betrieben und nach und nach mit entstehendem Bedarf erweitert. Zur Gewährleistung der von der Anlage zu übernehmenden Rolle und Sicherstellung des Einschlusses der Abfälle über einen sehr langen Zeitraum ohne menschliches Eingreifen muss das Cigéo-Endlager anschließend wieder verschlossen werden. Diese Schließung erfolgt etappenweise.


Weg eines HAA Behälters innerhalb der Anlagen


Weg eines LMA Behälters innerhalb der Anlagen

Das Endlager-Projekt Cigéo ist in eine Phase industrieller Konzeption eingetreten, die sich auf die R&D-Ergebnisse der letzten 20 Jahre und deren Bewertung stützt. Die Andra hat 2012 zusammen mit der Baubetreuung, der Gaiya-Gruppe (Technip/Interop), mehrere technische Möglichkeiten untersucht. Dieser industrielle Projektentwurf wird 2013 von Experten überprüft und von der Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit und der nationalen Bewertungskommission bewertet. Die sich daraus ergebenen Empfehlungen, die von der Andra ermittelten Verbesserungsmöglichkeiten und die eventuellen Änderungen des Projektes nach Anhörung der Öffentlichkeit werden in der anschließenden Studienphase vor Einreichung des Genehmigungsantrags für die Errichtung der Anlage berücksichtigt. Die technische Beschreibung auf dieser Website basiert auf den technischen, von der Andra zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Studien bevorzugten Optionen.

Errichtung des geologischen Tiefenlagers Cigéo

Der Lagerbereich wird je nach Bedarf in Etappen angelegt. Zunächst müssen die für die unterirdischen Arbeiten und für den Betriebsbeginn erforderlichen Anlagen errichtet werden. Nach Inbetriebnahme des Endlagers wird die unterirdische Anlage je nach Bedarf in aufeinanderfolgenden Bauabschnitten eingerichtet. Die sich in Bau befindlichen Bereiche werden räumlich von den Bereichen in Betrieb getrennt. Diese Trennung wird auch für die Belüftungskanäle gelten: die Transportstollen für die Abfallbehälter verfügen über eine von den Arbeitsstollen unabhängige Frischluftzufuhr. Der bei den Ausgrabungen für die unterirdische Anlage anfallende Abraum wird über mehr als 100 Jahren in einer Größenordnung von 10 Mio. Kubikmetern anfallen.

Betrieb des ZentrumsDer Bau des Zentrums. © Andra

Für die Abraumlagerung werden Sonderbestimmungen zum Schutz der Umwelt und für die spätere Nutzung eines Teils des Abraums für den Verschluss des Cigéo-Endlagers gelten (etwa 40 % des Abraums wird zum Auffüllen der unterirdischen Anlagen wieder verwendet). Zum Vergleich: das Abraumvolumen, das bei der Anlage großer Tunnel anfällt, liegt für Baustellen, die für etwa zehn Jahre angelegt werden, in der gleichen Größenordnung (etwa 7 Mio. Kubikmeter für den Tunnel unter dem Ärmelkanal, etwa 15 Mio. Kubikmeter für den künftigen Tunnel der Eisenbahnlinie Lyon-Turin).

Betrieb des Tiefenlagers Cigéo

Herstellung der Abfallbehälter am Standort der Erzeuger

Die Abfälle und deren Verpackungsbehälter werden in Verantwortung der Produzenten produziert und gefüllt. Die Qualität der Abfallbehälter wird von den Produzenten beim Befüllen und vor dem Transport zum Endlager geprüft. Die Anlagen der Produzenten unterliegen der Kontrolle der zuständigen Behörden für nukleare Sicherheit (Autorité de sûreté nucléaire (Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit) oder Autorité de sûreté nucléaire défense (Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit im Verteidigungsbereich). Die Andra führt auch Überwachungsmaßnahmen durch, um zu kontrollieren, dass die Produzenten die Qualitätssicherung der Abfallbehälter beherrschen.

Annahme der Abfallbehälter im Cigéo-Endlager

Ein Behälter kann erst nach Durchlaufen eines Prozesses akzeptiert werden, in dessen Verlauf sichergestellt wird, dass die von der Andra im Sinne der Sicherheit der Lagerung festgelegten technischen Kriterien, die von der Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit (ASN) beschlossen worden sind, eingehalten werden. In diesem Rahmen müssen die Produzenten der Andra in einem Annahmeantrag belegen, dass die Abfallbehälter diesen technischen Kriterien entsprechen. Nach Zustimmung der Andra können die Behälter in das Cigéo-Endlager transportiert werden.

Lagerung der Abfallbehälter

Bei Eingang im Endlager werden die Behälter in Gebäuden entgegengenommen, in denen sie aus den Transportbehältern genommen und kontrolliert werden (Kontamination, Strahlungsintensität…). In diesen Gebäuden wird gleichzeitig der Strom der Abfallbehälter vor deren unterirdischer Einlagerung gesteuert. Diese Anlagen sind nicht dafür vorgesehen, die Lager der Produzenten zu ersetzen; dies gilt insbesondere für die Abkühlung der Abfälle vor deren Einlagerung. Die Abfallbehälter werden in Lagerbehälter eingeführt.

Manche der von den Produzenten gelieferten Abfallbehälter könnten direkt eingelagert werden. Die Lagerbehälter werden in einem Tragkorb untergebracht, der für den Strahlenschutz sorgt. Der Tragkorb wird in einen Aufzug geladen, der die Lagerbehälter in Schrittgeschwindigkeit bis zu den Kammern transportiert. Die Einlagerung dieser Behälter in den Kammern kann ferngesteuert erfolgen. Zunächst dockt der Tragkorb sich an die Tür der Kammer an, um die Dichtigkeit zu gewährleisten, wenn diese sich öffnet. Sie kann sich erst öffnen, wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist. Anschließend übernimmt das Handhabungsgerät den Lagerbehälter und überführt diesen in die Kammer. Nach Einlagerung des Behälters wird die Tür der Kammer wieder geschlossen. Der Strahlenschutz ist während des gesamten Vorgangs gewährleistet.

Gesteuerter Bereich für die HAA

Merkmal der HAA ist eine Konzentration der radioaktiven Strahlung, aufgrund der diese stark strahlend wirken und im Vergleich zu den SMA viel Hitze abgeben.

Ihre Lagerbedingungen werden in Versuchen im Maßstab 1:1 im unterirdischen Labor getestet: Anlage der Kammern, Wärmebelastung... Die Handhabung ist anhand von Prototypen auch im Maßstab 1:1 mit Attrappen der Lagerbehälter aber einschließlich des Strahlenschutzes untersucht worden. Diese Prototypen werden jetzt im Technologiebereich in Saudron öffentlich ausgestellt. Die Ergebnisse werden in den Nachweis der Sicherheit einfließen, der im Rahmen des Zulassungsantrags für das Cigéo-Tiefenlager 2015 zu führen ist.

Die Einlagerung der ersten HAA ist ab 2025 in einem „Pilotbereich“ geplant. Dort werden 5 % aller HAA eingelagert. Dieser Pilotbereich wird etwa fünfzig Jahre lang beobachtet, bevor mit der Einlagerung der restlichen 95 % begonnen wird.

Schließung des Tiefenlagers Cigéo

Zur Gewährleistung des Einschlusses der Abfälle über einen sehr langen Zeitraum ohne menschliches Eingreifen muss das Cigéo-Tiefenlager anschließend wieder verschlossen werden. Das Schließen des Endlagers erfolgt phasenweise und entsprechend einem Entscheidungsprozess, der in dem künftigen Gesetz zur Rückholbarkeit festgelegt wird.

Die Bereiche der unterirdischen Anlage werden nach einander geschlossen :

  • die Kammern des Endlagers werden verschlossen ;
  • die Versiegelung wird erstellt (Bauwerk aus quellendem Tongestein, das für die Dichtigkeit der wieder aufgefüllten Stollen sorgen soll) und Wiederauffüllen der Zugangsstollen zu den Kammern und anschließend der Hauptstollen ;
  • Auffüllen und Versiegelung der Schächte und Zugänge.

Die Anlagen werden mit dem bei Einrichtung des Endlagers anfallenden und anschließend an der Oberfläche gelagerten Abraum aufgefüllt. Die Versiegelung besteht aus quellendem Tongestein und Beton, um langfristig die Wasserzirkulation in den Stollen und Schächten einzuschränken.

Wenn die unterirdische Anlage geschlossen wird, werden gleichzeitig die oberirdischen Anlagen rückgebaut.