Flexibilität und Rückholbarkeit

Aktualisiert : Mittwoch 12 September 2012
 

Das geologische Tiefenlager Cigéo ist für eine mindestens 100jährige Rückholbarkeit konzipiert. Um dieser Anforderung des Parlaments zu entsprechen, hat die Andra auf industrieller Ebene technisch realistische Maßnahmen getroffen, die, ohne je die Sicherheit des Endlagers in Frage zu stellen, nicht nur die Rückholung eingelagerter Behälter ermöglichen, sondern das Tiefenlager auch für die Anpassung an Weiterentwicklungen flexibel gestalten.

Was erwartet man von einem Lager mit Rückholbarkeit ?

  • Sichere Einlagerung
  • Eine Anlage, aus der die Abfallbehälter zurück geholt werden können
  • Ein Verfahren, das es ermöglicht, die heute getroffenen Entscheidungen rückgängig zu machen: Welche Abfälle werden gelagert? Ab wann wird die jeweilige Abfallart gelagert? Wann wird das Endlager geschlossen ?

Rückholbarkeit: von Andra unterbreitete Vorschläge

Test de retrait de colis MAVLVersuch der Einlagerung und Rückholung von Lagerbehältern langlebiger mittelaktiver Abfälle © AndraAufgrund der hohen Erwartungen in der Gesellschaft hat das Parlament 2006 die Rückholbarkeit der eingelagerten Abfälle während mindestens 100 Jahre gefordert. Die Bedingungen für diese Rückholbarkeit werden von einem neuen Gesetz festgelegt, das vor der Genehmigung des Antrags auf Einrichtung des geologischen Tiefenlagers Cigéo verabschiedet wird. Die Vorschläge der Andra zielen darauf ab, den mit der Rückholbarkeit verbundenen Erwartungen zu entsprechen, die im Rahmen des breit angelegten Dialogs seit 2006 deutlich geworden sind. Dazu sind Arbeiten auf lokaler Ebene (Ausschuss Rückholbarkeit des CLIS (Comité local d'Information et de Suivi du Laboratoire de Bure - Ortsausschuss für Information und Überwachung des Labors in Bure), auf nationaler Ebene (wissenschaftliche Kolloquien, Diskussionen mit Evaluierern, Diskussionen mit Verbänden) und auf internationaler Ebene (internationales Projekt in Regie der Agentur für Atomenergie der OECD, internationale Konferenz in Reims im Dezember 2010) durchgeführt worden.

1. Technische Konzepte zur sicheren Rückholung der eingelagerten Abfallbehälter

Die für die Einlagerung der Abfallbehälter in den Kammern konzipierten Maschinen sind so ausgelegt, dass sie die Behälter ggf. auch zurückholen können. Zur Vereinfachung dieser Rückholung verfügen die Behälter über spezifische Handhabungsvorrichtungen (z. B. Keramik-Gleitfüße, auf denen die Behälter mit hochaktiven Abfällen in der Kammer gleiten können). Nach ihrer Einlagerung in der Kammer ist noch Platz um die Behälter vorhanden. Die Behälter und Lagerkammern sind nach bester Industriepraxis konzipiert, die für ihre Nachhaltigkeit und Robustheit sorgt. Die Überwachungsvorrichtungen der Lagerkammern liefern die erforderlichen Informationen über die technischen Voraussetzungen einer Rückholung. Die Andra hat bereits Prototypen der Maschinen hergestellt, die die Behälter handhaben sollen. Tests im Maßstab 1:1 wurden anhand von Modellen durchgeführt, die eine Simulation einer Situation mit möglicher Verformung der Kammer ermöglicht haben. Vor der Genehmigung für die Inbetriebnahme des geologischen Tiefenlagers Cigéo werden auch Rückholbarkeitstests durchgeführt. Diese Tests werden während der gesamten Betriebszeit des Tiefenlagers fortgeführt. Sollte beschlossen werden, eine große Anzahl Behälter aus dem Lager zurückzuholen, müssten für die weitere Behandlung (Zwischenlagerung, erneuter Transport, Aufbereitung...) spezifische oberirdische Anlagen eingerichtet werden.

Für jede Rückholung von Abfallbehältern in erheblichem Umfang wird eine spezifische Genehmigung gefordert.

Versuch der Rückholung eines HAA-Behälters aus einer stark deformierten Kammer. © Andra

2. Flexible Lageranlage

Das geologische Tiefenlager Cigéo ist so konzipiert, dass der Aufbau der unterirdischen Anlage im Verlauf der Betriebszeit geändert werden kann. Die Anlage wird in aufeinanderfolgenden Abschnitten eingerichtet so dass 
eventuelle Veränderungen des Bestandes zu lagernder Abfälle z. B. in Verbindung mit einer geänderten Energiepolitik in Frankreich,
neue wissenschaftliche und technische Kenntnisse,
Erfahrungen mit dem Betrieb, insbesondere der Überwachung des Endlagers
berücksichtigt werden können.

Bei jeder erheblichen Änderung des Bestandes ist eine neue Genehmigung und somit eine neue Anhörung der Öffentlichkeit erforderlich.

3. Allmähliche Schließung

Um die Lasten der künftigen Generationen in Grenzen zu halten, soll die Anlage zur Tiefenlagerung der atomaren Abfälle endgültig geschlossen werden. Die Schließung des Endlagers erfolgt allmählich, angefangen mit der Schließung der Kammern bis zur Versiegelung der Schächte und Rampen. Mit jedem Abschnitt der Schließung kommen weitere „passive“ Sicherheitsvorrichtungen hinzu und wird die Notwendigkeit menschlichen Einschreitens bei der Sicherheitskontrolle reduziert.

Die EU-Richtlinie vom 19. Juli 2011 definiert das Endlager als „ Einlagerung abgebrannter Brennelemente oder radioaktiver Abfälle in einer Anlage, wobei eine Rückholung nicht beabsichtigt ist “.

Die von der Agentur für Atomenergie der OECD veröffentlichte Skala der Rückholbarkeit zeigt den Fortschritt passiver Sicherheit des Endlagers im Verlauf der Phasen der Schließung. Sie zeigt auch, dass die Rückholung der Abfälle mit Abschluss jeder dieser Phasen, die die markantesten Entscheidungen im Verlauf des Betriebs des geologischen Tiefenlagers Cigéo darstellen, immer schwieriger wird.

Im Rahmen der Genehmigung zur Einrichtung des Tiefenlagers wird eine Planung der verschiedenen Phasen der Schließung festgelegt. Damit erhalten alle Beteiligten einen Überblick über den Zeitplan der Beschlussfassung. Dieser kann im Verlaufe des Betriebs geändert werden, da die Konzeption des Tiefenlagers eine Verzögerung jeder Schließungsphase ermöglicht.

Für jede Phase der Schließung des Endlagers muss eine gesonderte Genehmigung eingeholt werden. Die erste Phase der Schließung ist frühestens für 2040 vorgesehen.

4. Regelmäßige Besprechungen nach der Inbetriebnahme

Die Andra schlägt vor, die phasenweise Vorgehensweise fortzuführen, die durch das Gesetz aus dem Jahr 1991 initiiert worden ist und dazu regelmäßige Besprechungen mit allen Akteuren abzuhalten, um die Entscheidungen im Zusammenhang mit den Entwicklungsperspektiven und der Schließung des Endlagers vorzubereiten und die Voraussetzungen für die Rückholbarkeit erneut zu untersuchen.

Bei diesen Besprechungen, die alle 10 Jahre stattfinden könnten, wird eine Bilanz über den Betrieb des Endlagers gezogen. Regelmäßige Überprüfungen der Sicherheit, Lehren, die aus der Beobachtung des Endlagers und der Umwelt gezogen wurden, wirtschaftliche und soziale Ergebnisse werden dabei berücksichtigt. Außerdem werden neue wissenschaftliche und technische Erkenntnisse und die Ausrichtungen des nationalen Plans für den Umgang mit radioaktivem Material und Abfall präsentiert. Die Andra schlägt vor, das erste dieser Treffen 5 Jahre nach Inbetriebnahme der Anlage anzuberaumen

Wäre eine Rückholung der Abfallbehälter bei einem Störfall erforderlich ?

Bei einem Störfall würde die Anlage durch schnelle Anbringung provisorischer Ausstattung (Belüftung, Systembarrieren...), nicht aber durch Rückholung der eingelagerten Behälter gesichert. Nach der Sicherung prüft der Betreiber die erforderlichen Maßnahmen, um zu einem normalen Betrieb zurückkehren zu können. In diesem Fall kann, ohne übereilt zu handeln, entschieden werden, ob die Behälter, auch wenn sie beschädigt sein sollten, im Endlager verbleiben oder eventuell rückgeholt werden sollen.

Ausgewogene Aufteilung der Finanzierung einer Rückholbarkeit auf die Generationen

Die heutigen Generationen müssen die erforderlichen Mittel für die endgültige Sicherung ihrer radioaktiven Abfälle (Bau, Betrieb und Schließung des geologischen Tiefenlagers Cigéo) aufbringen. Das beinhaltet die Kosten für technische Maßnahmen zu Gunsten einer Rückholbarkeit. Somit bieten die heutigen Generationen den nächsten Generationen die Möglichkeit, auf den Prozess des Endlagers einzuwirken. Sollten künftige Generationen beschließen, dieses zu verändern, sollten sie insbesondere eine Rückholung der Behälter beschließen, müssten sie die entsprechenden Kosten tragen.

 

Downloads

Photographie prise lors de la conférence donnée le 17 juin 2009 par le professeur Bernard BoullisVortrag von Professor Bernard Boullis (CEA/DEN) vom 17. Juni 2009 „Atomare Abfälle: Probleme und Forschung“

pdfVorschläge der Andra in Bezug auf die Rückholbarkeit aus dem geologischen Tiefenlager Cigéo, Dezember 2012(1,06 Mo)

pdfArgumentation in Bezug auf den Begriff der Rückholbarkeit beim Umgang mit radioaktiven Abfällen, von Pierrick Cézanne-Bert, Francis Chateauraynaud(3,12 Mo)

pdfProtokoll der Aktivitäten der Gruppe CIP Frankreich "French Prospective Case Study"(675,14 Ko)

Studientage und Kolloquien zum Thema

Kommentare

  • Fredo

    Bonjour,

    Il me semble que le type de terrain choisi (agiles, particulièrement étanches) est excellent, et peut-être meilleur que le granit (choisi par exemple par les Suédois). La stabilité à l'échéance de centaines de millions d'années vis-à-vis de mouvement tectoniques semble bien assurée. En outre, le sous sol paraît ne pas receler de minerai qu'une civilisation future voudrait exploiter.

    Ce qui par contre me paraît peu compréhensible est la volonté affirmée de maintenir un accès pour une centaine d'années: si on fait des colis vitrifiés, qui semblent pouvoir résister au moins un millier d'années aux attaques chimiques-et donc aussi aux tentatives futures d'en réextraire les composants- je ne vois pas la logique qui consiste à se garder une coûteuse (et dangereuse?) possibilité d'accès. Il paraît que cela triplera le coût du stockage. Je sais que cela a été inscrit dans la loi, les législateurs me paraissant en la circonstance mal conseillés, peut-être même par ceux-là que la pérennité des taches d'entretien assurent la pérennité de leur fonction.

    Je regrette donc cette inutile mesure: le Mieux devient l'ennemi du Bien en la circonstance.
  • Fredo

    "argiles", pas "agiles",
    "centaines de milliers d'années", pas millions,
    désolé
  • Dialogue Andra

    @ Fredo,
    La réversibilité, déjà mentionnée dans la loi de 1991, est un principe retenu par le Parlement en 2006. C'est d'ailleurs un choix qui n’est pas uniquement français. Il s’agit de permettre, sans compromis avec la sûreté, une gestion flexible de l’installation (architecture adaptable du fait d’une construction progressive, fermeture progressive du stockage et possibilité de récupération des colis en toute sûreté) permettant de faire évoluer le stockage, de s’adapter à de nouveaux choix. Il s’agit aussi d’organiser la gouvernance du projet, par exemple à travers des rendez-vous réguliers avec la société civile. Pour en savoir plus, voir notre page « Un projet flexible et réversible » et les pages liées : http://www.cigeo.com/un-projet-flexible-et-reversible
  • Eddy

    Bonjour,
    J’espère que votre concept de réversibilité est un peu plus élaboré que celui du site de stockage de Stocamine en Alsace. Après un incendie du site à plusieurs centaines de mètres de profondeur on réalise soudain que la réversibilité est une illusion puisque les terrains se sont affaissés.
  • Eddy

    Par ailleurs, le terme argile me semble être utilisé improprement. A Bure il s'agit d'argilite et non d'argile. Les argilites sont des schistes argileux, composées de mica, quartz et d'argile et n'ont absolument pas les propriété de l'argile pure (plasticité, gonflement à l'eau)
  • Dialogue Andra

    Bonjour Eddy,

    Vous avez raison, l’histoire de Stocamine a de quoi inquiéter si on la transpose à Cigéo. Sauf que les 2 projets sont très différents. Pour faire court, le premier est le recyclage d’une ancienne mine tandis que le second est un projet spécifiquement conçu pour le stockage des déchets HA et MAVL qui a fait l’objet d’études poussées. Ce parallèle mérite d’être détaillé. Nous publierons un billet à ce sujet très prochainement.

    Concernant la roche, il s’agit effectivement d’argilite. On parle d’argile de façon générique pour faire simple. On devrait dire roche argileuse pour rester précis. Les pages du site qui détaillent l’aspect géologique seront corrigées en ce sens.
  • Eddy

    Bonjour,
    Désolé de vous contredire mais le site de Stocamine, s'il a effectivement utilisé les puits de descente existants, a été spécifiquement conçu pour le stockage. On peut trouver toutes les informations à ce sujet dans Google. Il se trouve que les "prédictions"
    concernant la tenue mécanique du sel et donc la possibilité d'un retrait des déchets se sont avérées totalement ...fausses on va dire :) Mais je vous l'accorde, comparaison n'est pas raison
  • Thomas

    Enfin ! Maintenant que l'histoire de Stocamine s'est propagée, l'ANDRA est obligée de briser le taboo.

    Si les projets sont si différents que cela, pourquoi l'ANDRA a-t-elle consulté les responsables de Stocamine en 1999 qui sont venus présenter leur "modèle" de réversibilité lors d'un séminaire spécialement consacré à cela ? (Institut Européen des Cindyniques, compte rendu de la session du 07/04/99, p. 140 à 156)?
  • boilley

    Quand on clique sur "Réversibilité des décisions et gouvernance de Cigéo" on tombe sur une page d'erreur, ce qui est significatif...
    • Dialogue Andra

      Merci de votre message, le lien est réparé.